Freiwillige Feuerwehr Rodheim v.d.H. e.V.

Die Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rodheim v.d.H.

Vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehren war die Feuerbekämpfung durch Verordnungen aufs penibelste geregelt, allerdings waren die "Hilfsmannschaften", praktisch die gesamten Einwohner einer Ortschaft, ungeübt. Erst mit der Einführung von speziell für die Feuerbekämpfung ausgebildeten Mannschaften, Berufsfeuerwehren in größeren Städten, Freiwilligen Feuerwehren in den Kleinstädten und Ortschaften, konnte der Feuersgefahr wirksam Einhalt geboten werden. Gleichwohl konnten diese hochmotivierten und gut ausgebildeten Löschmannschaften nicht verhindern, daß Häuser, Straßenzüge, ja ganze Ortschaften abbrannten. Man muß dabei bedenken, dass die Feuerspritzen noch mit Muskelkraft bedient wurden, nach ca. 10 Minuten mußte die Mannschaft ausewechselt werden, um sie nicht total zu erschöpfen.

Im Hanauischen Gebiet, zu dem Rodheim damals gehörte, wird im 16. Jahrhundert mit der "Hanauischen Verordnung zur Feuerbekämpfung" zum ersten Mal ein Versuch unternommen, die Brandbekämpfung zu regeln.

Schon sehr früh, im Jahre 1676 sah man ein, dass eine Versicherung gegen Feuerschäden nötig ist. Die "Hamburger Feuerkasse", die älteste noch bestehende Feuerversicherung der Welt wird gegründet.

Im Zuge der napoleonischen Kriege wird das Herzogtum Hessen-Darmstadt von Napoleon zum Großherzogtum aufgewertet. 1810 kommt Rodheim vom Herzogtum Hessen-Kassel, dem es seit 1736 angehört zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt, zu dem es dann bis 1918 gehört.

Die Brand-Pflichtversicherung ist eine Regelung dieses neuen Großherzogtums Hessen, die ursprüngliche Initiative dazu geht auf Napoleon I zurück. In Rodheim beginnt das Brandkataster 1810, aber mit rückwirkenden Einträgen bis 1800. In diesem Brandkataster sind alle Häuser erfaßt, die der Brand-Pflichtversicherung unterliegen.

Die Beiträge zu dieser Brandversicherung waren so geregelt, dass Fachwerkhäuser gegenüber Steinhäusern einen höheren Versicherungsbeitrag leisten mußten. Deshalb begann man die Fachwerkhäuser zu verputzen, um in den Genuß des niedrigeren Beitrags zu gelangen. Hier in Rodheim waren danach nur noch wenige unverputzte Fachwerkhäuser.